Die Kobra mag giftig sein – aber in diesem vierten und letzten Akt der Playoff- Viertelfinalrunde hatten die Dortmunder Eisadler die schärferen Krallen, die schnelleren Kufen und den kühleren Kopf. Es war ein intensives, körperbetontes Spiel mit einem verdienten Sieger.
Um 21:15 Uhr stand der letzte Halbfinalteilnehmer der Playoffrunde in der Regionalliga West fest und das Aufatmen auf der Dortmunder Seite war groß. Die mitgereisten circa 180 Fans der Eisadler mussten lange Zeit bangen, dass an diesem Abend der „Betriebsunfall“ vom Freitag revidiert werden konnte. Die Kobras aus Dinslaken haben sich lange Zeit mit allem, was ihnen zur Verfügung stand, gewehrt. Aber am Ende behielten die Eisadler doch den kühleren Kopf und ersparten sich dadurch ein mögliches fünftes Spiel am Dienstag.
Und es fing gut an. Es waren gerade einmal 60 Sekunden gespielt, da flogen die ersten 3 Pucks auf das Dinslakener Gehäuse und der gut gefüllte Dortmunder Gästeblock kam sofort auf Touren. Doch kurz danach hatte auch Dinslaken seine erste Torchance. Nach 5 Minuten die erste richtig gute Chance für den EAD, doch Corvin Rosenthal kam mit dem Schläger nicht hinter den Puck. Die Kobras antworteten sofort mit einem Konter und es war Christoph Oster zu verdanken, dass es hier nicht zu einem Rückstand kam. Er erwies sich als Schlangenbeschwörer, als er den Schuss, des allein auf das EAD-Tor zulaufenden Dinslakener Spielers, parieren konnte. Die Angriffe und das körperbetonte Spiel der Kobras zeigten Wirkung und Dortmund verlor in dieser Phase mehr und mehr die spielerische Linie. In der 9. Minute bekam Malte Bergstermann eine 2-minütige Zeitstrafe wegen Spielverzögerung. Danach gab es bis auf eine Konterchance von Nolan Gardiner keine wirklich nennenswerte Möglichkeit für die Eisadler. In dieser Phase, als das Spiel zu kippen drohte, fiel dann das 0:1 für die Eisadler. Ben Busch nutzte eine Unaufmerksamkeit der Dinslakener Hintermannschaft und vollendete den Pass von Konsta Jaakola (16. Minute). Kurz vor dem Ende des ersten Drittels noch eine Kontermöglichkeit für den EAD. Colin Long wird mit einem schönen Pass bedient, jedoch verhinderte ein auf dem Eis liegender Schläger den Torschuss. Dann noch einmal eine Schrecksekunde, als ein Spieler der Kobras auf Christoph Oster zulief. Aber auch dieses Duell entschied der Dortmunder Goalie für sich. So ging es mit einer Dortmunder 1:0 Führung in die erste Pause.
Im zweiten Drittel kamen die Eisadler zunächst wieder gut in die Partie, auch wenn nichts Zwingendes dabei herumkam. Und dann war es auch passiert: ein verdeckter Schuss auf das Dortmunder Tor findet die Lücke – 1:1. (23.) Danach lief nicht mehr viel zusammen bei den Eisadlern und die Statistik warf am Ende dieses zweiten Drittels ein Schussverhältnis von 17:8 für die Kobras aus. Die Dinslakener wirkten entschlossener und gewannen auch mehr Zweikämpfe. Bei den Abprallern waren sie wacher und schneller am Puck. Beim Dortmunder Anhang kam Unruhe auf und man hörte aus den Reihen ein lautes „DORTMUND, AUFWACHEN“. Mit dem Unentschieden ging es dann in die zweite Pause.
Die Ansprache von Trainer Jeff Job muss ordentlich gewesen sein, denn mit deutlich mehr Schwung kamen die Eisadler in das Schlussdrittel. Erst Tommi Laakso und dann Tim Brazda hatten die ersten Chancen. Und es waren gerade einmal 1:24 Minuten gespielt, da landete ein Schlagschuss von Tobias Schmitz im Dinslakener Netz – 1:2. Und in der 5. Minute hält Thomas Lichnovsky – der wieder einmal durch seinen Einsatz enormen kämpferischen Einsatz glänzte – den Schläger in einen Schuss von Tim Dreschmann und beförderte die Scheibe zum 1:3 ins Tor. Mit Litschy, Litschy Rufen wird er von den mitgereisten Fans gefeiert. Jetzt wirkten die Dortmunder deutlich befreiter und erspielten sich Chance auf Chance. Insbesondere die „Helsinki-Connection“ (Jaakola/Laakso) beschäftigte immer wieder die gegnerische Abwehrreihe und ließen sich auch von der harten Spielweise des Gegners nicht beeindrucken. Aber die Kobras fauchten und zischten noch einmal, gaben nicht auf und in der 50. Minute war es wieder einmal Christoph Oster, der den Anschlusstreffer der Dinslakener verhinderte.
In der 53. Minute musste ein Dinslakener auf die Strafbank und diese Überzahlmöglichkeit nutzen die Eisadler kurz danach zum 1:4. (54.) Gardiner schloss die gute Vorarbeit durch Colin Long und Tim Brazda erfolgreich ab. Und in der 57. Minute machte schließlich Tim Brazda endgültig den Deckel drauf, als er nach einem Schuss von Corvin Rosenthal gedankenschnell den Abpraller über die Linie drückte. Die Messe war gelesen - das Halbfinale erreicht. Dank einer deutlichen Leistungssteigerung im letzten Drittel (Torschüsse 24:7 zugunsten des EAD) zogen die Eisadler in die nächste Runde.
Bei der anschließenden Humba konnte man auch eine Menge Steine plumpsen hören. Die durch den Spielverlauf aufgebaute angespannte Anspannung fiel allmählich ab.
Den Kobras aus Dinslaken, die uns im Viertelfinale alles abverlangt haben, wünschen wir eine gute Zukunft und insbesondere, dass der Eishockeysport dort weiterhin einen Platz (in diesem Fall Halle) bekommt.
Stimmen zum Spiel:
Jeff Job (Trainer): Dinslaken hat es gut gemacht und uns alles abverlangt. Wir haben aber erst im letzten Drittel das umsetzen können, was wir uns eigentlich von der ersten Minute an vorgenommen hatten. Wir werden die Erfahrungen aus den Partien gegen Dinslaken mit in das Halbfinale nehmen.
Matthias Potthoff (sportlicher Leiter): Wir sind froh, dass wir den „Betriebsunfall“ vom Freitag heute korrigieren konnten. Aber Kompliment an Dinslaken. Sie haben uns alles abverlangt und noch einmal alles aus sich herausgeholt. Unsere beiden Finnen haben vorne richtig starke Arbeit geleistet und die gegnerische Abwehrreihe immer wieder unter Druck gesetzt. Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft aus diesen schwierigen Begegnungen ihre Lehren ziehen wird und wir im Halbfinale noch konzentrierter auftreten werden.
Vorschau:
Jetzt geht es für die Eisadler in die Halbfinalserie gegen die Aliens aus Ratingen. Ein Duell, das alles mitbringt, was sich die Eishockeyfreunde wünschen – insbesondere (hoffentlich) die Revanche für die letzten Niederlagen in den Finals 2024 und 2025. Die Partien im letzten Jahr waren besonders hart umkämpft und in der Dramatik kaum zu überbieten. Aber dazu mehr im Vorbericht, der im Laufe der Woche erscheinen wird.
Das erste von möglichen fünf Spielen im Halbfinale wird bereits am kommenden Freitag (27.02.2026 – 20 Uhr) in Ratingen (Eissporthalle Am Sandbach 12) ausgetragen. Auch hier gilt die Regel „best of five“. Nachdem bereits die Schlangenhöhle in Dinslaken zu einem Heimspiel wurde, hofft der EAD erneut auf eine gute Unterstützung der Eisadler-Fans bei den „Außerirdischen“. Das zweite Spiel wird am Sonntag (01.0.3.26, bereits um 17:00 Uhr) im Eisstadion an der Strobelallee ausgetragen. Tickets werden zeitnah auch online angeboten.
Ansonsten wie immer an der Abendkasse.
Und jetzt groovt Euch alle schon einmal ein auf die heißesten, intensivsten und spannendsten Halbfinalspiele, die der Eishockeysport in der Regionalliga bieten kann. Mehr denn je „heizt“ es jetzt
„It´s Playoff Time - let´s get ready to RUMBLE!“
Spieledaten
Dinslakener Kobras vs. Dortmunder Eisadler 1:5 (0.1) (1:0) (0:4)
Torfolge:
16:01 0:1 EAD Busch
23:09 1:1 DIN Hanna
41:24 1:2 EAD Schmitz
44:35 1:3 EAD Lichnovsky
53:08 1:4 EAD Gardiner
56:18 1:5 EAD Brazda
Zuschauer. 469
Strafminuten:
Dortmund: 8 Minuten Dinslaken: 8 Minuten
Kader EAD:
Tor: #1 Oster, #33 Brunnert -Verteidigung: #12 Lauer, #32 Schmitz, #57 Klingsporn, #67 Dreschmann, #70 Ortwein, #77 Bergstermann, #94 Cohut – Angriff: #13 Long, #14 Busch, #16 Kronhardt, #17 Rosenthal, # 40 Gardiner, #41 Trapp, #63 Laakso, #65 Brazda, #69 Lichnovsky #75 Jaakola, #88 Panov
Trainer: Jeff Job