Mund abputzen- weiter geht´s: Der Spielbericht zum 3. Playoff- Viertelfinalspiel Eisadler Dortmund vs. Dinslaken Kobras

Erwartungen sind subjektive Annahmen, Hoffnungen oder mentale Vorwegnahmen zukünftiger Ereignisse, Handlungen oder Entwicklungen. Sie dienen der Orientierung, können jedoch bei Diskrepanz zur Realität zu Enttäuschungen führen.

Dass an diesem Freitagabend nach dem Spiel gegen die Kobras aus Dinslaken und der unerwarteten 0:2 Heimniederlage die Enttäuschung bei den Spielern und Fans der Eisadler groß war, ist verständlich und hatte auch einen Namen: Mathis Kaiser. Der Gäste Goalie hatte einen Sahnetag und verhinderte mit vielen Glanzparaden den vorzeitigen Einzug der Dortmunder in das Halbfinale. Auf der anderen Seite fehlte den nicht schlecht spielenden Eisadlern die letzte Galligkeit im Abschluss und dann stand auch Fortuna – die römische Glücks- und Schicksalsgöttin – nicht auf der Dortmunder Seite.

Symbolisch für die 60 Minuten auf dem Eis war die Situation 40 Sekunden vor dem Ende der Partie. Konsta Jaakola wurde schön freigespielt und beim Ansetzen des Schusses rutscht er weg und dabei bricht sein Schläger. Es war ein „gebrauchter Tag“ für die Eisadler.

Dabei sah es am Anfang gar nicht so schlecht aus. Dortmund spielte die Scheibe kontrolliert nach vorne und kam schnell zu den ersten Torchancen. Aber auch Dinslaken versteckte sich nicht und kam immer wieder mit gefährlichen Kontern vor den Kasten der Eisadler. Nach 5 Minuten gab es dann die erste Zeitstrafe gegen die Kobras, aber außer einem Schlagschuss von Nolan Gardiner ergab das Überzahlspiel keine weitere Chance. Dinslaken verteidigte weiterhin geschickt und setzte immer wieder bissige Konter. Außer ein paar Distanzschüssen gelang in dieser Phase des Spiels auf der Dortmunder Seite immer weniger und man verlor die spielerische Linie. Man verzettelte sich zu viel in den Zweikämpfen, anstatt den Puck schnell durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. Torlos ging es in die erste Drittelpause, in der eine junge Eisläuferin großen Beifall für ihren starken Auftritt erhielt.

Den erhielt auch Corvin Rosenthal, der kurz nach Beginn des zweiten Drittels zwei gute Einschussmöglickeiten hatte. Zunächst mit einer schönen Einzelleistung in der 23. Minute und dann kurz danach, in einem Zusammenspiel mit Konsta Jaakola. Aber die Kobras kamen mit giftigen Kontern immer wieder vor das Dortmunder Tor. So auch in der 26. Minute, als ein Dinslakener frei auf das Gehäuse von EAD Goalie Christoph Oster zulief und dieser jedoch den Schuss parieren konnte. Kurz danach eine schöne Einzelleistung von Kevin Trapp, der jedoch am gegnerischen Torwart scheiterte. Zur Mitte des zweiten Drittels wurden die Dortmunder Fans ruhiger und der Gästeblock lauter. Inzwischen waren die Erwartungen nach dem deutlichen 9:1 im zweiten Playoffspiel deutlich gedämpft und man ahnte bereits, dass das heute ein enges Spiel bis zum Schluss werden wird. Auch eine zweite Zeitstrafe gegen Dinslaken nach gespielten 30 Minuten brachte keine Wendung. Es lief in dieser Phase wenig zusammen und die Unzufriedenheit bei den Eisadlern wuchs an. Ausdruck dessen war ein Wutausbruch von Maik Klingsporn, der den Schläger gegen das Plexiglas drosch. Kurz danach liefen sich auf dem Eis zwei Dortmunder Spieler um. Leidtragender war Thomas Lichnovsky, der zunächst den Helm und dann die Kontrolle verlor, als er verärgert seinen Schläger auf die Bank schmiss. Nein – es lief jetzt nicht rund auf der EAD Seite. Anstatt eines 6-Gänge Menus gab es einfache Hausmannskost. So ging man erneut ohne Torerfolg in die zweite Drittelpause. Auf den Rängen, die mit 2.213 Zuschauern gut gefüllt waren, sah man inzwischen in ratlose Gesichter.

In das letzte Drittel kamen die Eisadler zunächst gut rein und erspielten sich einige Torchancen, die aber der Gäste Goalie zunichte machte. Das Tor schien wie vernagelt zu sein. Und dann kam in der 47. Minute schließlich das, was schon länger in der Luft lag. Die Dortmunder bekommen den Puck nicht aus der Verteidigungszone heraus und ein Dinslakener Spieler überwindet Christop Oster – 0:1. Kurz danach Bully vor dem Tor der Kobras, daraus erfolgt ein Konter und das 0.2. (50.) Es folgten wütende Angriffe der Dortmunder, doch auch ein erneutes Powerplay, ein Dinslakener musste in der 53. Minute auf der Strafbank Platz nehmen, brachte keinen Erfolg. Auf der Uhr waren noch 3:36 Minuten zu spielen, als sich für Dortmund noch einmal eine riesen Chance auftat. Doch selbst aus kürzester Distanz konnte man den Puck nicht in das Tor der Kobras einnetzen. Eine anschließende Rauferei endete für 2 Dinslakener und auf Dortmunder Seite für Tim Brazda auf der Strafbank. Jetzt kam noch einmal die Unterstützung der EAD Fans, aber auch ein „Hinein-Hinein“ brachte keinen Erfolg an diesem „gebrauchten Tag“ aus Dortmunder Sicht. Was folgte war ein zerbrochener Schläger (siehe oben) und ein letztes Ertönen der Sirene – AUS!

Enttäuscht verschwanden die Eisadler schnell in der Kabine, während auf der anderen Seite die Dinslakener mit ihrem Anhang diesen unerwarteten, aber nicht unverdienten Sieg feierten. Im Mittelpunkt stand dabei der Gäste Goalie, der herausragend gehalten hatte. Über 40 Schüsse gaben die Dortmunder auf sein Tor ab, aber überwinden konnten sie ihn an diesem Tag nicht.

Stimmen zum Spiel:

Matthias Potthoff (sportlicher Leiter EAD): Es war ein typisches „Do or Die“-Spiel, in dem Dinslaken noch einmal alles aus sich herausgeholt hat und wir vor dem Tor die letzte Galligkeit haben vermissen lassen. Die Mannschaft hat sich viele Chancen erspielt, aber wenn man letztendlich so viele Möglichkeiten liegen lässt, ist das auch ein Stück weit Unfähigkeit. Uns hat der letzte Biss gefehlt, hier und heute ins Halbfinale zu kommen. Ich erwarte am Sonntag eine entsprechende Reaktion der Mannschaft und bin mir auch sicher, dass wir dann im Abschluss wieder entschlossener sind.

Ben Busch: Selbst nach dem 0:2 habe ich immer noch an eine Wendung des Spiels geglaubt, da wir spielerisch besser waren. Aber es hat an diesem Tag nicht sein sollen. Jetzt fahren wir mit einer Menge Wut im Bauch nach Dinslaken um am Sonntag dann mit einem Sieg den Einzug in das Halbfinale zu erreichen.

Vorschau: Bereits am Sonntag (22.02.2026, 19:00 Uhr) findet das vierte Playoffspiel in Dinslaken statt. Die Eisadler hoffen auf die zahlreiche Unterstützung ihrer Fans, um in der Schlangenhöhle den Einzug in die nächste Runde perfekt zu machen. Einen Sonderbus wird es zu diesem Spiel nicht geben. Lasst uns gemeinsam positiv die nächste Aufgabe angehen und gestärkt aus diesem Abend rausgehen. So wie es die EAD Fans zur späten Stunde noch nach dem Spiel im Briefkästchen mit ihrem Gesang getan haben: „Immer weiter immer weiter, immer weiter EAD –immer weiter immer weiter, bis wir ganz oben steeehn.“„It´s Playoff Time - let´s get ready to RUMBLE!“

Spieledaten
Eisadler Dortmund vs. Dinslakener Kobras 0 : 2 (0:0) (0:0) (0:2)

Torfolge: 46:13 0:1 DIN Nemec, 49:47 0:2 DIN Giannini

Zuschauer. 2.213

Strafminuten: Dortmund: 2 Minuten Dinslaken: 10 Minuten

Kader EAD:Tor: #1 Oster, #33 Brunnert -Verteidigung: #12 Lauer, #32 Schmitz, #57 Klingsporn, #67 Dreschmann, #70 Ortwein, #77 Bergstermann, #94 Cohut – Angriff: #14 Busch, #16 Kronhardt,#17 Rosenthal, #40 Gardiner, #41 Trapp, #63 Laakso, #65 Brazda, #69 Lichnovsky, #75 Jaakola, #80 Moyer, #88 Panov

Trainer: Jeff Job

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