Das Wochenende vor dem Saisonbeginn war aus Eisadler-Sicht eher enttäuschend: Zuhause verloren die Dortmunder am Freitag gegen auftrumpfende Bergkamener, am Sonntag in Braunlage gegen die Harzer Falken. Trotzdem lassen sich auch positive Rückschlüsse aus den knappen Niederlagen ziehen.
Die Eisadler luden am 02.10. die Nachbarn aus Bergkamen zum „Rückspiel“ des Spiels vergangener Woche ein. Während das erste Spiel noch souverän mit 6:0 gewonnen wurde, mussten sich die Eisadler dieses Mal einem wesentlich stärker agierenden Gegner beweisen.
Gegen Bergkamen starteten die Eisadler druckvoll vor beeindruckenden 1200 Fans in die Partie: Eine weitgehend souveräne Startphase krönten die Dortmunder nach 4:43 Minuten souverän mit einem 1:0 durch Rosenthal (17) nach Kombinationsvorarbeit von Herbold (9) und Krebietke (19). Trainer Colin Long sagt zu dieser Phase: „Wir hatten einen guten Start und spielten bis zum Tor von Rosi gut nach unserem Plan.“
Der Führungstreffer wirkte allerdings trügerisch, in einem unruhigen ersten Drittel wurde es regelmäßig brenzlig und Brunnert (33) verhinderte mehrmals den Ausgleichstreffer. Der kündigte sich im Verlauf des Drittels an und so stand es nach 10:51 Minuten auch folgerichtig 1:1. Die Eisadler hatten zunehmend Schwierigkeiten, das Spiel zu kontrollieren, aber Brunnert hielt das Unentschieden – sogar als die Bergkamener einen Penalty bekamen, behielt er die Nerven und die Eisadler im Spiel.
Mit Elan kamen die Eisadler aus der Pause und erarbeiteten sich zu Beginn des zweiten Drittels gleich mehrere Chancen. Den Führungstreffer erzielten aber die Grizzlys nach 25:17 Minuten. Die Eisadler fühlten sich dadurch jedoch motiviert und standen nun wesentlich kompakter, ließen wenig Chancen zu und erarbeiteten sich im Minutentakt hochkarätige Chancen. Nach 36:47 Minuten war es dann endlich soweit: Kragh (21) fasste sich ein Herz und versenkte den Puck zum längst fälligen Ausgleichstreffer. Jetzt war der Knoten geplatzt und nach noch nicht einmal einer Minute schob Busch (14) zum 3:2-Führungstreffer nach. Long zum zweiten Drittel: „In dieser Phase kamen wir wieder gut auf die Beine und haben das Pack gut protected. Das Drittel lief wesentlich besser als die anderen beiden und hier konnten wir unser Game besser spielen.“ Beide Mannschaften führten das Spiel nun aggressiver, mit der Führung und einer Strafe für Brazda (91) ging es ins letzte Drittel.
Die letzten 20 Minuten zeigten die Eisadler wieder ihr Gesicht aus dem ersten Drittel: Unsicherheiten im Aufbau und Passspiel nutzten die Grizzlys eiskalt aus und so traf der ehemalige Dortmunder Trapp nach Solo von Vesely zum Ausgleich. Trotz einiger Chancen schafften es die Hausherren nicht, das Spiel zu kontrollieren, auch eine zweiminütige Überzahl konnte nicht genutzt werden. Allerdings konnten auf der Gegenseite die Bergkamener auch ihre Riesenchancen (52:01 und 54:40) und Konter (54:21) nicht nutzen und so ging es nach einer hitzigen Schlussphase in die Overtime.
In der Overtime drückten die Dortmunder Chukarov (13), Seto (8) und Kragh zwar sofort auf das Bergkamener Tor, schafften es jedoch nicht, den entscheidenden Treffer zu erzielen. Der fiel dann unglücklicherweise auf der Gegenseite: Amelin lief frei auf’s Tor zu und überwand den sonst glänzend parierenden Brunnert nach 31 Sekunden zum Siegtreffer für die Bergkamener. Long resümiert: „Es ist eine harte Liga und wir werden keine einfachen Spiele haben. Das Spiel war ein kleiner Reality Check für uns, der gerade in der PreSeason enorm wichtig ist.“
Ein kleines Trostpflaster war am Ende der Support der Fans: Die Niederlage tat der Stimmung auf den Rängen keinen Abbruch und die Mannschaft wurde mit Jubel und Sprechchören in die Kabine entlassen.
Hitzige Niederlage gegen Harzer Falken
Am Sonntag ging es dann gegen eine weitere Mannschaft, die bereits einige Tage vorher besiegt wurde: Die Eisadler fuhren ins beschauliche Braunlage, um vor 367 Zuschauern zum Rückspiel gegen die Harzer Falken anzutreten.
Das Team von Colin Long hatte sich für dieses Spiel einiges vorgenommen und setzte dies auch zu Beginn konsequent um. Das Tor der Harzer Falken wurde belagert und lediglich der glänzend parierende Falken-Goalie stand der Führung regelmäßig im Weg. Das Tor fiel dann etwas aus dem Nichts auf der Gegenseite nach 12:17 Minuten in einer unübersichtlichen Situation durch den Ex-Eisadler Benes. Die hitzig geführte Partie forderte auch etwas mehr als nur Einsatz: Der Falkenspieler Kosnar bekam einen Puck ins Gesicht und verlor zwei Zähne. Eine unschöne Szene, die Eisadler wünschen gute Besserung!
Nachdem die Falken das zweite Drittel dominierten und den Eisadlern wenig Raum boten, erhöhten sie folgerichtig auf 2:0. Erst nach genau 34 Minuten konnten sich die Eisadler durch einen Treffer von Lauer (12) wieder Hoffnung machen und sich für eine starke Phase mit hohem Spielanteil und starken Kontern belohnen. Nach 36:26 trafen die Falken jedoch erneut und stellten den alten Abstand direkt wieder her.
Auch der Anschlusstreffer von Kronhardt in der 42. Minute konnte an der drohenden Niederlage nicht mehr viel ändern. Die Falken spielten die Führung konsequent zu Ende. Viele Spielunterbrechungen und Strafminuten sorgten zusammen mit einem schwer zu überwindenden Harzer Goalkeeper für die zweite Eisadler-Niederlage des Wochenendes. Trotzdem zieht Long ein positives Fazit vom Spiel: „Mein Eindruck vom letzten PreSeason-Game war sehr gut, der Learning Effort ist sehr hoch. Attitüde und Energie des Teams waren wesentlich besser als noch vor einigen Wochen.“